Historische Entwicklung digitaler, virtueller Kommunikationsmittel

Im Jahre 1983 wurde in Deutschland der Bildschirmtext kurz BTX in Betrieb genommen. „Die neue Technologie, da waren sich die Experten einig, werde die Kommunikation, wenn nicht gar die ganze Gesellschaft, von Grund auf verändern, die Deutschen zu einem Volk von Telelesern machen. Über die Telefonleitung sollten künftig Texte verschickt, Überweisungen abgewickelt, elektronische Postkarten verschickt und Zeitungstexte gelesen werden – die Zukunft hatte begonnen.“[1] Technisch gesehen war die Nähe zum Internet bereits hier erkennbar; es wurden damals Telefonleitungen genutzt, um digitale Informationen zu übertragen und auf einem Bildschirm anzuzeigen. Zu einem Volksmedium wurde BTX in Deutschland jedoch nicht. Ende der 80ziger Jahre wurde das World Wide Web im CERN bei Genf/Schweiz entwickelt. Dieser erste grafikfähige Webbrowser war eine der Gründe warum das Internet ab Anfang der 90ziger Jahre einen so rasanten Aufstieg erlebte. Ähnlich wie beim BTX war es nun möglich, dass auch Laien auf das virtuelle Netz zugreifen konnten, was mit der wachsenden Zahl von Nutzern zu vielen kommerziellen Angeboten im Netz führte. Anfänglich war es nur ein reiner Kommunikationsaustausch über verschiedene e-mail Systeme oder Chatplattformen oder das Internet diente zur reinen Selbstdarstellung von Personen oder Firmen. Eine weitere bedeutende Entwicklung begann um die Jahrtausendwende in der deutlich wurde, dass der klassische Internetnutzer,  sich von einem passiven Medienkonsumenten, hin zu einem aktiven „Web2.0 Surfer“ entwickelt, indem er aktiv beginnt sich zu vielerlei Themen in Online-Communities zu vernetzen, eigene Blogs  schreibt, sich zu Online-Spielen versammelt und dergl. Spätestens seit dieser aktiven Rolle des Internet-Nutzers wurde deutlich, dass auch die Kirche in ihren pastoralen Aufgaben, sich diesem Medium mehr als bisher öffnen muss, um die digitalen Kommunikationsbeziehungen zu den Menschen nicht zu verlieren. So war dann auch die Ansprache Papst Johannes Paul II am 12. Mai 2002 auf dem Petersplatz in den Worten: „Die jüngsten Fortschritte im Bereich der Medien und Informationsmittel haben die Kirche vor neue Möglichkeiten der Evangelisierung gestellt. Daher habe ich beschlossen, für dieses Jahr ein höchst aktuelles Thema vorzuschlagen: »Internet: Ein neues Forum zur Verkündigung des Evangeliums.«“ ein Meilenstein in der digitalen Geschichte der katholischen Kirche. [2]



[1] Anne Haeming „Das Netz der Pixelklötze“ aus spiegel.de – Netzwelt vom 25.08.2008

[2] JOHANNES PAUL II. REGINA CAELI – Hochfest der Himmelfahrt Christi am Sonntag, 12. Mai 2002

Einsicht in: http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/angelus/2002/documents/hf_jp-ii_reg_20020512_ge.html