Web 2.0

Während in der Anfangsphase die Schwerpunkte der Internetangebote vieler Bistümer und Kirchengemeinden fast ausschließlich auf der reinen Webpräsenz d.h. auf die Übermittlung von Informationen lagen, finden wir  heute schon mehrfach ein differenziertes Angebot, dass die bewusste Interaktivität des Nutzers mit einbindet. Heute ist keine Webpräsenz einer Bistumsseite mehr vorstellbar, die nicht auch das Angebot der virtuellen Seelsorge und Wegbegleitung beinhaltet. Als ein sehr gutes und passendes Beispiel sei hier das virtuelle Fürbittbuch auf der Webpräsenz des Bistums Münster oder des Bistums Freiburg hingewiesen, in denen die Nutzer ihre Gebetsanliegen nennen können und für die dann verschiedene Ordensgemeinschaften des Bistums beten. So ist man es ja auch in der realen Welt gewohnt, in der in Kirchengemeinden ein Gebetsbuch ausliegt, in denen die Besucher der Kirche ihre Fürbitten eintragen können, für die dann die Gemeinde im Gottesdienst betet. Hierin zeigt sich sowohl in der realen als auch virtuellen Welt, ein Element das Gemeinschaft stiftet. Sehr fortschrittlich zeigt sich auch das Erzbistum Köln mit der Kommunikationsplattform: „Direkt zum Kardinal“. Das Bistum Osnabrück pflegt die Kommunikationsplattform, die u.a. durch den Namen des Bischofs bekannt ist: „Bode bloggt“

Dennoch wird immer noch deutlich, dass die vielen Angebote auf pastoralen Webseiten eine Starrheit aufweisen, die dem Nutzer nicht ermöglichen, im direkten und zeitgleichen Kontakt mit Mitarbeitern der Kirche, sei es haupt- oder ehrenamtlich, zu treten. Aber genau darin liegt ein Manko, dass es zu überwinden gilt. So wie man es mittlerweile in der realen Welt, als eine Selbstverständlichkeit betrachtet, dass es eine „offene-Citypastoral“ gibt, in denen Menschen sich über die christliche Botschaft und die katholische Kirche informieren sowie mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern ins Gespräch kommen können, so muss ein eqvivalentes Angebot auch in der virtuellen Welt entstehen, und ganz besonders dort, weil durch die anfängliche Anonymität die Hürde und Hemmschwelle niedriger ist mit „der Kirche“ in Kontakt zu treten. Dieses Angebot aber muss „interaktiven“ Charakter haben,  ich muss zeitgleich mit jemanden in Kontakt treten können, so wie es in der realen Welt ja auch möglich ist, indem ich das Lokal der City-Pastoral in der Fußgängerzone der Innenstadt betreten kann und dort zielgerichtet auf Ansprechpartner zusteuern kann. Dies ist in der virtuellen Welt, wenn überhaupt, gegenwärtig nur zeitbegrenzt möglich und darf ausgebaut werden.